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Tagblatt Online, 15. März 2012, 04:19 Uhr

Romney macht mit beim “Krieg gegen die Frauen”

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Thomas J. Spang

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Als hätten sich die Republikaner nicht schon genug Probleme mit Frauen eingebrockt, legt Mitt Romney in einem Interview mit einem NBC-Sender in St. Louis nach.

“Wir werden Planned Parenthood abschaffen”, verspricht der Kandidat um die republikanische Präsidentschafts-Nominierung. Offenbar mit dem Ziel, sich auf der Rechten zu profilieren. Diese führt seit Jahren Krieg gegen die Organisation, weil sie unter anderem legale Schwangerschaftsabbrüche durchführt.

 

Tatsächlich ist das aber nur ein Bruchteil der Dienste, die PP in ihren 820 Gesundheitszentren für Millionen Amerikanerinnen anbietet. Dazu gehören vorneweg Krebsvorsorge, Aufklärung, Verhütung und Behandlung verschiedener frauenspezifischer Erkrankungen.

Gerade einmal ein Drittel des jährlichen Budgets kommt von der Regierung und darf per Gesetz nicht für Schwangerschaftsabbrüche gebraucht werden. Das Frauen den Angriff auf diese amerikanische Institution der Gesundheitsfürsorge als Teil einer frauenfeindlichen Retro-Kampagne der Republikaner begreifen, wundert nicht.

Reiht sich Romneys Versprechen doch nahtlos ein in die Ausfälle Rick Santorums gegen Frauen, Rush Limbaughs geschmacklosen Beschimpfungen einer Studentin als Hure, weil sie sich für den freien Zugang zur Pille stark gemacht hat und andere Versuche, das Rad der Geschichte zurückzudrehen.

Erstaunt ist aber schon, dass sich Romney auf dieses Niveau herab begibt. Zumal er in seinen “liberalen” Tagen als Politiker in Massachusetts sogar Spenden für Planned Parendhood eintrieb. Eine Organisation, die bei traditionellen Konservativen wie George H. W. Bush und sogar Ronald Reagan hoch im Kurs stand.

Ob Romney die 180-Grad-Wende hilft, sich bei den Konservativen in der Partei beliebter zu machen, darf nach den Wahlergebnissen im Süden bezweifelt werden. In jedem Fall macht er den Demokraten ein weiteres großes Wahlgeschenk, die Romney nun als Teil des “republikanischen Kriegs gegen die Frauen” porträtieren.

Mit einem polemischen Fernseh-Spot signalisieren die “Dems”, dass sie diesen Clip aus dem NBC im Herbst nutzen werden. Schlecht für Mitt, dass Präsident Obama schon jetzt mit 20 Prozent-Punkten bei den Amerikanerinnen führt.

 





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