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Tagblatt Online, 24. Juli 2010 08:07:10

Der Lisengrat wird sicherer

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Inspizieren und vermessen: Wegmacher Patrik Hautle (vorne) und Benjamin Huber, Obmann der Rettungskolonne, am Lisengrat. (Bild: Bild: Martina Brassel)

Auf dem Säntis stehen zwei Projekte kurz vor der Realisierung: Der Weg über den Lisengrat wird neu gesichert und ausgebaut, der östliche Gebäudeteil des Berggasthauses Alter Säntis durch einen Neubau ersetzt.

Martina Brassel

Der Weg vom Rotsteinpass über den Lisengrat ist bei Wanderern beliebt – an schönen Tagen stauen sich die Menschenmassen zeitweise auf dem engen Pfad. Erstellt wurde der Verbindungsweg in den Jahren 1904/05. Seit über hundert Jahren wurden daran jeweils nur die nötigen Instandhaltungsarbeiten vorgenommen. Darum, sagt Wegmacher Patrik Hautle, sei es jetzt an der Zeit, sämtliche Sicherheitseinrichtungen zu ersetzen.

Will heissen: Auf der gesamten Länge werden sämtliche Seile ersetzt und neu verankert, zusätzlich werden Eisentritte angebracht, um den Weg besser begehbar zu machen.

Anzeichnen und ausmessen

Das Vorhaben wird in zwei Etappen in diesem und im nächsten Jahr umgesetzt. In einem ersten Schritt wird jener Abschnitt neu gesichert, der sich näher am Berggasthaus Rotsteinpass befindet.

Patrik Hautle ist diese Woche gemeinsam mit Benjamin Huber, Obmann der Rettungskolonne Appenzell, an Ort, um die Stellen anzuzeichnen und auszumessen, an denen die neuen Verankerungen und Seile angebracht werden sollen. Anschliessend wird das benötigte Material – rund zwei bis zweieinhalb Tonnen Seile, Verankerungen und Eisentritte – mit Helikoptern zu den Arbeitsplätzen am Lisengrat geflogen.

«Los geht es dann am 7. August», sagt Patrik Hautle. Die grossen Herausforderungen sind laut Benjamin Huber das Wetter und die Arbeit im Fels. «Zudem», ergänzt der Wegmacher, «müssen wir einen Weg finden, die Seile so anzubringen, dass sie von Gross und Klein gut benützt werden können.» Der Lisengrat bleibt während der Arbeiten geöffnet. Die zweite Etappe folgt im Sommer/Herbst kommenden Jahres.

Neubau auf dem Säntis

Zu diesem Zeitpunkt werden die Bauarbeiten am Berggasthaus Alter Säntis bereits in vollem Gange sein. «Wir ersetzen im nächsten Jahr den östlichen Gebäudeteil durch einen Neubau», verrät Besitzer Ruedi Manser. Die ersten Vorbereitungen dazu erfolgen noch in diesem Herbst. Abgerissen wird der östliche Gebäudeteil dann im kommenden Frühjahr.

Ein Neubau sei dringend notwendig, sagt Ruedi Manser. Der östliche Hausteil habe unter den Witterungsbedingungen gelitten, eindringende Feuchtigkeit habe zu Schimmelbildung geführt, so dass nicht mehr alle Zimmer hätten vermietet werden können. «Dazu kommen die steigenden Ansprüche der Gäste. Sie verlangen ein gewisses Mass an Komfort – vor allem im Sanitärbereich.»

Eröffnung im Frühling 2012

Aus diesem Grund entstehen im Neubau neun Doppelzimmer, teils mit Dusche und WC, sowie ein Saal mit 90 Sitzplätzen. Das neue Raumprogramm ermöglicht zudem den Ausbau der Küche und den Ersatz der sanitären Anlagen. Während der Bauzeit bleibt das Restaurant offen, die Terrasse hingegen muss vorübergehend geschlossen werden.

Der Innenausbau soll während des Winters 2011/2012 erfolgen. Die Eröffnung ist für Frühling 2012 geplant. Wie viel der Umbau kostet, kann Ruedi Manser noch nicht sagen. «Für uns ist es eine grosse Belastung und eine Herausforderung zugleich. Wir sind noch jung und wissen nicht genau, was alles auf uns zukommt. Wir hoffen auf gutes Wetter und auch, dass es nicht zu Unfällen kommt.»





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