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Tagblatt Online, 22. Februar 2012 01:04:31

Kunst regt das Denken an

WIPKINGER, WIPKINGEN, VIADUKT Zoom

Kolumnist Max Kueng posiert unter dem Wipkingerviadukt, anlaesslich einer Medienkonferenz am Mittwoch, 8. November 2006 in Zuerich. Die Umnutzung des Letten- und Wipkingerviaduktes konkretisiert sich. Im April 2007 beginnt der Umbau. Die Stiftung PWG hat mit ihrem Vorhaben, zwischen den beiden Viadukten die erste Markthalle von Zuerich zu bauen, wichtige rechtliche Huerden genommen. Das Nutzungskonzept fuer Halle und Viaduktbogen steht, das Interesse potenzieller Mieter ist riesig. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella) (Bild: ALESSANDRO DELLA BELLA (KEYSTONE))

Max Küng Autor und Kolumnist

Max Küng, Sie kochen morgen in der Kunsthalle Zmittag. Lassen Sie sich von Ihrer Reise in den hohen Norden zu Magnus Nilsson inspirieren, über dessen Kochkünste Sie im letzten «Tagi Magi» schrieben? Würde passen, wir wohnen hier im Osten nämlich auch ziemlich kühl.

Aja, in St. Gallen ist es immer ein Grad kälter als anderswo. Als ich das letztemal die gute alte Schepenese in der Stiftsbibliothek besuchte, habe ich ganz schön geschlottert.

Also, was gibt's denn nun morgen?

Ich werde doch etwas anders kochen als Magnus Nilsson. Sein Restaurant hat ja nur zwölf Plätze. Ausserdem ist er Koch von Beruf. Ich bin mir meiner Fähigkeiten bewusst: Es wird etwas sehr Simples geben.

Okay, ich verstehe. Sie wissen es noch nicht. Wie kommt es, dass Sie, der erklärte Starschreiber des «Tagesanzeiger Magazins» mit einem Gespür für Zopfmuster und Ausgemustertes, in der Kunsthalle kochen?

Darf ich den Begriff «Starschreiber» für die nächste Lohnverhandlung bei meinem Chef ausleihen?

Aber gern doch!

In die Kunsthalle komme ich, weil der Direktor Giovanni Carmine ein guter Freund von mir ist – und ich ein Freund der Kunsthalle bin.

Hmm, Stiftsbibliothek, Kunsthalle… nicht schlecht für einen Zürcher! Und sonst? Schon mal bei einer Bratwurst mit Gallus ins Plaudern gekommen?

Ich bin ja kein Zürcher, sondern ein Baselbieter, wie Alex Frei oder DJ Antoine. Meine Winterschuhe habe ich bei Roma in St. Gallen gekauft. Sehr schöne Schuhe sind das.

Ihr Sohnemann muss dafür hoffentlich nicht an die Zehen frieren. Bei den Preisen dort…

Mein Sohnemann hat ehrlich gesagt mehr Paar Schuhe als ich habe. Und Qualität hat natürlich ihren Preis.

Lenken wir unsere Schuhsohlen zurück zur Kunst: Wie wirkt sie in Ihr Leben?

Die Kunst ist der Ort, an dem Dinge gedacht werden können, wie sonstwo nirgends. Deswegen habe ich gerne auch Kunst um mich, zu Hause: Sie regt das Denken an.

Welche Art von Kunst haben Sie um sich?

Ich kaufe Kunst, wann immer es mein Budget zulässt. Letzthin habe ich bei der Galerie Hauser & Wirth zugeschlagen: ein Poster von Allan Kaprow für 250 Dollar. Es gibt auch supergute Kunst für wenig Geld.

Kennen Sie die Werke von Amalia Pica und Karsten Födinger, in deren Ausstellung Sie morgen hoffentlich nichts anbrennen lassen?

Nein, ich habe die Ausstellung noch nicht gesehen. Ich hoffe, dass ich nach dem Kochen und Abwaschen noch Zeit und Kraft finde, mich um sie zu kümmern.

Brigitte Schmid-Gugler

Morgen Do, 12 Uhr: Führung; 12.30 Uhr: Mittagessen; anmelden erforderlich unter info@k9000.ch




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