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Neue Zürcher Zeitung, 04. Februar 2012 00:00:00

Die ZSC Lions bleiben auf Play-off-Kurs

Mit solidem Spiel und Effizienz zum 4:0 in Ambri-Piotta

Gegen den HC Ambri-Piotta gelingt den Stadtzürchern ein nie gefährdeter 4:0-Auswärtssieg, der ihnen eine gute Ausgangslage im Kampf am Strich bewahrt.

Ulrich Pickel, Ambri

Eishockeyspiele in Ambri haben ihren ganz eigenen Charme. Sie erinnern an die Zeiten, als noch unter freiem Himmel auf Natureis gespielt wurde, Begriffe wie Catering oder VIP-Lounge noch nicht zum gängigen Vokabular des Event-Publikums gehörten und man einfach mit Glühwein die Kälte in Schach zu halten versuchte. Der Hauptgrund für das Nostalgie-Feeling in der oberen Leventina ist die Valascia, die Spielstätte des HC Ambri-Piotta, die eigentlich nicht als Eishalle im geläufigen Sinne bezeichnet werden kann.

Ihr Charakteristikum ist, dass das interne Mikroklima exakt jene Temperatur aufweist, die auch ausserhalb im Tal herrscht. Am Freitag bedeutete dies Minustemperaturen im zweistelligen Bereich. In ihrer äusseren Erscheinung ähnelt die Valascia einem mit reichlich Improvisationskunst zusammengeschusterten, an den Stirnseiten offenen Hangar aus der Zeit, als der Atlantik noch mit dem Zeppelin überflogen wurde. Einzig die giftige Bise, die Schneewehen durchs wie ausgestorbene Dorf fegte, konnte das Bauwerk aufhalten. Die klimatischen Bedingungen hinterliessen ihre Spuren. Von den sonst so treuen Tifosi liessen sich nur 1569 aus der Wohnung locken. Das Publikum in Ambri wird auch in sportlicher Hinsicht nicht verwöhnt. Der goldene Herbst ist längst passé, Ambri dümpelt wie immer in den letzten Jahren auch jetzt wieder unter dem Strich herum.

Das Heimteam konnte die Lions auf dem Weg, der sie in die Play-offs führen soll, nicht gefährden. Dafür gelang den Zürchern eine zu solide Leistung. In defensiver Hinsicht waren sie wie zuletzt gegen Kloten und Biel überzeugend, Lukas Flüeler kam zum dritten Shutout der Saison, ohne dass er dafür viele Sonderefforts leisten musste. Es schien, als wären die beiden Teams angesichts der Kälte bestrebt, die Sache rasch über die Bühne zu bringen. Das Spiel war nicht hochstehend, aber flüssig, es gab kaum Unterbrüche, die Schiedsrichter verbrachten einen geruhsamen Abend und sprachen drei kleine Strafen aus, so wenige wie nie zwischen diesen Mannschaften seit 1985.

Tambellini nutzte den ersten Ausschluss zur Führung (18. Minute), womit ihm einer der raren Zürcher Powerplay-Treffer gelang. Seger, wiederum Tambellini (in Unterzahl) und Bärtschi (ins leere Tor) bauten den Zürcher Vorsprung aus. Dank dieser effizienten Vorstellung, der letzten bis zum 14. Februar, bleiben die Lions auf Kurs, gewannen sie vier Spiele in Folge und haben sie während der nächste Woche beginnenden Länderspielpause Zeit, um weiter an ihrer aufsteigenden Form zu feilen.





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