Direkte Links und Access Keys:

Neue Zürcher Zeitung, 04. Februar 2012 00:00:00

Graben um den Servette FC

Genfer Liquiditätsengpass

Der iranische Servette-Besitzer Maijd Pishyar sah sich am Freitag auf der Homepage bemüssigt, Stellung zu aktuellen Finanzfragen zu nehmen. Ein Gläubiger hatte zuvor via die Lokalzeitung «Tribune de Genève» ohne vorgängige Betreibung mit einem Konkursantrag gedroht, weil er seit August nicht mehr bezahlt wird.

Der iranische Servette-Besitzer Maijd Pishyar sah sich am Freitag auf der Homepage bemüssigt, Stellung zu aktuellen Finanzfragen zu nehmen. Ein Gläubiger hatte zuvor via die Lokalzeitung «Tribune de Genève» ohne vorgängige Betreibung mit einem Konkursantrag gedroht, weil er seit August nicht mehr bezahlt wird. Das ist die kleine Firma, die jeweils nach den Partien das Stade de Genève reinigt. Sie fordert 90 000 Franken ein. Am 2. Februar liess Pishyar als Anzahlung einen Drittel davon überweisen, was den Gläubiger, der gemäss eigenen Angaben in Existenznot geraten ist, zufriedenstellt.

Das ändert nichts daran, dass der Servette FC einen Liquiditätsengpass hat, den Pishyar auch nicht abstreitet. Der Klubchef führt ihn auf die Winterpause und auf fehlende Einnahmen aus dem Spielbetrieb zurück. Er schreibt gleichzeitig auch, dass er die Vorgehensweise der Reinigungsfirma, deren Chef der frühere Servette-Spieler Stéphane Guex ist, nicht verstehe. Monsieur Guex sei sich nicht bewusst, was solche Meldungen in den Medien auslösten. In der Stellungnahme schliesst Pishyar mit den Worten, dass ihm noch bewusster geworden sei, wie gross der Graben zwischen der Genfer Wirtschaft und dem Servette FC geworden sei.

Pishyar beklagt sich seit je, dass er in Genf zu wenig Support erhalte. Der Iraner könnte zusehends am «Gigi-Oeri-Walter-Frey-Syndrom» leiden, wonach sich alle hinter dem vermögenden Geldgeber verstecken («Der Reiche kann die ganze Rechnung übernehmen») und dieser davon die Nase gestrichen voll hat. Es ist auch schwer zu beurteilen, ob die Servette-Probleme mehr sind als ein «normaler» Liquiditätsengpass, der in den kalten Monaten manchen Fussballklub trifft. Und wenn der frühere Trainer João Alves einen Millionenbetrag einfordert, kann dies das übliche Gezänk um die Höhe der Abfindung sein. Es ist jedoch nach den letzten Wochen symptomatisch, dass man nach Meldungen über ausstehende Zahlungen reflexartig mit Schlimmem zu rechnen beginnt. Xamax ist explodiert – wann folgt der Nächste? In Genf kommt erschwerend hinzu, dass der Konkursfall vom Februar 2005 noch nicht aus den Köpfen verbannt ist.





Leser-Kommentare:
keine


Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.

Kommentar schreiben

Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung.

(maximal 950 Zeichen)

* Pflichtfeld

Sie dürfen noch Zeichen als Text schreiben.

Die Redaktion sichtet die Leserkommentare und schaltet sie frei. Wir behalten uns vor, Beiträge nicht zu publizieren. Am meisten Chancen haben Kommentare, die direkt auf einen Artikel eingehen. Beiträge mit ehrverletzenden, rassistischen oder unsachlichen Äusserungen publizieren wir nicht. Der Korrespondenzweg ist ausgeschlossen.

  • Für registrierte Nutzer

  • Für nicht registrierte Nutzer

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzuschicken.

     
 



Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

tagblatt.ch / ipad

iPad und E-Paper

facebook.com / tagblatt

 ...

Anzeige: