NZZ Online, 04. Februar 2012 10:09:00
Staatsanwaltschaft gibt im Fall Armstrong auf
Im Gegensatz zur US-Staatsanwaltschaft will die Anti-Doping-Agentur USADA Untersuchungen fortsetzen
Lance Armstrong ist nicht mehr im Fokus der US-Staatsanwaltschaft (Bild: Keystone)
Die US-Staatsanwaltschaft hat ihre Dopingermittlungen gegen den siebenmaligen Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong eingestellt. Der 40-jährige Amerikaner, der die Dopinganschuldigungen stets bestritten hat, muss damit keine strafrechtlichen Konsequenzen mehr fürchten. Gänzlich aus dem Schneider ist er aber nicht.
(si) Armstrong äusserte sich sehr zufrieden: «Ich bin hoch erfreut zu hören, dass die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen eingestellt hat. Es ist der richtige Entscheid», liess Armstrong durch einen Sprecher mitteilen. «Ich freue mich jetzt darauf, mein Leben als Vater, Wettkämpfer und Anwalt für den Kampf gegen Krebs ohne diese Ablenkung fortzusetzen.»
Staatsanwalt Andre Birotte junior hatte zuvor schriftlich mitgeteilt, dass sein Büro die «Untersuchung gegen Mitglieder und Verantwortliche eines Radteams im teilweisen Besitz von Lance Armstrong geschlossen» habe. Rund zwei Jahre lang hatte die Staatsanwaltschaft nach Beweisen für ein Dopingprogramm in den Jahren 1999 bis 2005 in Armstrongs früherem Team gesucht.
Die Anti-Doping-Agentur der USA (USADA) teilte nach der Einstellung des Verfahrens allerdings mit, dass sie ihre eigenen Untersuchungen fortsetzen wird. «Anders als für die US-Staatsanwaltschaft ist der Job der USADA, den Sport sauber zu halten und nicht, Strafgesetze durchzusetzen. Unsere Untersuchungen gegen Doping im Radsport werden fortgesetzt und wir warten schon darauf, die Informationen zu bekommen, die in der staatlichen Untersuchung gesammelt wurden», teilte USADA-Chef Travis Tygart mit.
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