Reparieren statt neu kaufen

HERISAU. Defekte alte Computer selber reparieren: Dies soll dank des Projekts «Reparierbar» in Herisau zukünftig auch für Laien unter fachkundiger Anleitung möglich sein.
04. Oktober 2014, 10:02
MARTIN SCHNEIDER

Jeden ersten Samstag im Monat finden sich Informatiker und weitere Technikbegeisterte im Dachgeschoss des Win-Win-Marktes ein, um den Leuten bei den verschiedensten Computerproblemen zu helfen. Die Idee solcher Computer-Werkstätten stammt ursprünglich aus Holland, mittlerweile versuchen Technikbegeisterte das Konzept auch in Herisau zu etablieren.

Kunden helfen mit

Die Idee ist, dass die Kunden bei der Reparatur selber Hand anlegen sollen, jedoch immer auf das Fachwissen der «Reparierbar»-Mitglieder zurückgreifen können. Sie helfen den Kunden bei der Analyse der Probleme sowie bei der Auswahl und dem Einbau der nötigen Ersatzteile, damit der Computer am Ende wieder funktionstüchtig ist. «Der Win-Win-Markt ist prädestiniert für dieses Projekt», sagt Stefan Müller von der «Reparierbar». «Jeden Tag werden hier mehrere Kilo an alten Elektroteilen angeliefert.» Das Projekt soll auch einen ökologischen Charakter beziehungsweise Nutzen haben, und so werden für die Reparaturen der Computer nur Secondhand-Teile verwendet, die beim Win-Win-Markt abgegeben wurden.

Alte Geräte zu reparieren, kommt heute oftmals teurer als die Beschaffung neuer. Viele Leute getrauen sich nicht mehr, die Geräte für eine Reparatur selber zu öffnen. Diesem Umstand wollen die «Reparierbar»-Mitglieder entgegenwirken und die Reparatur alter Computer wieder lohnenswert machen. Mit dieser Hilfestellung soll dazu beigetragen werden, wenigstens ein Stück weit von der Wegwerfgesellschaft wegzukommen.

Rege Nutzung

Seit dem Projektstart haben gemäss Stefan Müller pro Samstag jeweils durchschnittlich sechs Personen das Angebot genutzt. Erstaunlich sei gewesen, dass sich die meisten Probleme vor allem auf die Software und nicht wie erwartet auf die Hardware bezogen hätten. An alle Computer und alle Probleme wagen sich dann aber auch die Experten nicht heran. «Wir unternehmen nichts, wenn die Geräte noch Garantie haben. Wir setzen aus Zeitgründen auch keine Computer komplett neu auf», erklärte Müller. Bis anhin hätten aber alle vorliegenden Probleme behoben werden können. Pro Reparatur verlangt die «Reparierbar» pauschal zehn Franken. Hinzu kommen die Kosten für allenfalls benötigte Secondhand-Teile.

Die nächste «Reparierbar» findet heute Samstag von 9 bis 14 Uhr statt.

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