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Tagblatt Online, 01. Februar 2012 08:06:00

Diskutieren über die Dorfkerne

Waldkirch Zoom

Die Entwicklung der Dorfkerne ist eines der diesjährigen Hauptthemen der politischen Parteien in Waldkirch. (Bild: Benjamin Manser)

WALDKIRCH. Die Waldkircher Parteien sind dieses Jahr mit Personalfragen beschäftigt: FDP und CVP stellen Kandidaten für den Kantonsrat, die SVP will mehr Gewicht im Gemeinderat. Auch die Finanzen und die Dorfkernentwicklung geben zu reden.

ADRIAN VÖGELE

Verkaufen oder nicht verkaufen? Die Dorfeggwiese, das letzte Stück Bauland in Waldkirch, soll nach dem Willen des Gemeinderats überbaut werden. Die Entwicklung des Waldkircher Dorfkerns ist auch für die FDP- und SVP-Ortspartei ein zentrales Thema im neuen Jahr: «Wir finden es weder richtig noch nötig, die Dorfeggwiese jetzt zu veräussern», sagt Ruedi Eilinger, Präsident der SVP Waldkirch-Bernhardzell.

Die FDP hingegen spricht sich dafür aus, die Dorfkerne auf Gemeindegebiet zu erneuern, bevor die Einzonung neuer Landwirtschaftsflächen nötig werde. «Die Meinungsbildung geht deutlich in diese Richtung», stellt FDP-Präsident Konrad Mändli fest. In den Gestaltungsprozess der Dorfkerne müsse die Bevölkerung stark einbezogen werden. Die FDP habe Vorschläge beim Gemeinderat deponiert. «Wir warten gespannt auf den Startschuss.»

CVP erneuert Vorstand

Auch in der CVP sei das Wachstum der Gemeinde ein Dauerthema, sagt Vreni Breitenmoser, Vizepräsidentin der CVP-Ortspartei. «Wir wollen vor allem Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger motivieren, sich konstruktiv an der Entwicklung der Gemeinde und aktiv am Vereinsleben zu beteiligen.»

Breitenmoser kandidiert im Frühling für eine dritte Amtsdauer im Kantonsrat. Auch die FDP bringt sich für die kantonalen Wahlen in Position: Gemeinderätin Caroline Büchel-Wäger und Thomas Ammann treten an. Im Gemeinderat will die CVP ihre zwei und die FDP ihre drei bisherigen Sitze verteidigen. Die SVP hingegen strebt einen zweiten Sitz an. Die CVP bildet zudem ihren Vorstand neu: Gesucht seien hierfür noch «zwei bis drei interessierte Personen aus Bernhardzell und Waldkirch», sagt Breitenmoser.

FDP will weniger Schulden

Gedanken machen sich die Lokalpolitiker auch zu den Gemeindefinanzen: «Waldkirch weist im kantonalen Vergleich immer noch eine überdurchschnittliche Nettoschuld aus», sagt Mändli. «Diese Altlasten aus Zeiten der masslosen Investitionen» seien so rasch wie möglich zu tilgen. Verzichten könnte man laut dem FDP-Präsidenten etwa auf «überflüssige Strassensanierungen». Auch Eilinger übt Kritik: Die erfreuliche Finanzlage der Gemeinde, aufgrund der nun eine erneute Steuersenkung zur Diskussion stehe (siehe Kasten), sei vor allem dem Finanzausgleich zu verdanken und somit kein eigener Verdienst. Zudem will die SVP daran festhalten, dass über Kredite von über einer Million Franken an der Urne abgestimmt werden muss. Die Vorschrift geht auf einen SVP-Antrag zurück. «Diesen Volksentscheid will der Gemeinderat nun mit der neuen Gemeindeordnung grundlos wieder umstossen und die Grenze auf zwei Millionen Franken erhöhen», beklagt sich der SVP-Präsident.





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