Tagblatt Online, 27. Januar 2012 15:01:00
Noch weniger Geld
Wie viel Geld künftig in die Vermarktung des Standorts Gossau gesteckt werden soll, entscheidet sich an der Parlamentssitzung im Februar. (Bild: Archivbild: Ralph Ribi)
GOSSAU. 500 000 Franken statt 600 000 Franken sollen für vier Jahre Standortförderung genügen. Dieser Ansicht ist die vorberatende Kommission und stellt dem Parlament einen entsprechenden Antrag.
MARION LOHER
Das Standortmarketing soll in die Stadtverwaltung integriert werden. Darin sind sich der Gossauer Stadtrat und das Parlament einig. Unterschiedlicher Ansicht ist man hingegen beim Betrag, den die Stadt künftig für die Förderung und Vermarktung des Standorts Gossau bezahlen soll. Die im vergangenen September eingesetzte vorberatende Kommission hat nun mit einer Mehrheit entschieden, für die Aktivitäten der Standortförderung für die Jahre 2012 bis 2015 einen Kredit von 500 000 Franken zu gewähren. Der Stadtrat hatte für die vier Jahre 100 000 Franken mehr beantragt. Das Geschäft ist für die nächste Parlamentssitzung Anfang Februar traktandiert.
25 000 Franken jährlich sparen
Das grösste Sparpotenzial sieht die vorberatende Kommission in ebendieser Eingliederung des Standortmarketings in die Verwaltung. In der Praxis habe es sich bestätigt, dass die erste Ansprechperson der Stadtpräsident sei, sagt Roland Seiler, Präsident der vorberatenden Kommission «Standortförderung». Auf dem Tisch des Stadtpräsidenten landeten am Schluss alle Anfragen, und ihm unterstünden auch alle weiteren möglichen Ansprechpersonen. «Durch die Verkürzung der Wege kann einiges an Geld gespart werden», argumentiert Seiler. Pro Jahr etwa 25 000 Franken. Nicht angesetzt werde der Rotstift bei den finanziellen Leistungen an diverse Organisationen, wie etwa an das Stadtmarketing Schweiz oder das Jungunternehmer-Zentrum. Diese insgesamt rund 20 600 Franken sollen weiterhin ausbezahlt werden.
Die Mitglieder der vorberatenden Kommission haben sich in den vergangenen Monaten zweimal getroffen, um das Geschäft zu diskutieren. Laut Seiler waren auch Vertreter der Wirtschaftsverbände zu einer Sitzung geladen. Ihnen sei es hauptsächlich darum gegangen, dass der direkte Kontakt mit dem Stadtrat weiterhin gewährleistet sei. «Was natürlich der Fall sein wird», bestätigt der Präsident und fügt hinzu, dass die Wirtschaftsverbände ihrerseits projektbezogen auch finanzielle Beiträge oder eine Mitarbeit in Aussicht gestellt hätten.
Eine erste Sparrunde
Der Stadtrat schlug in seinem Bericht und Antrag, den er dem Parlament in der Septembersitzung vorgelegt hatte, einen Rahmenkredit von 600 000 Franken für die Jahre 2012 bis 2015 vor. Das sind 150 000 Franken jährlich. Gleichzeitig sind es 50 000 Franken weniger pro Jahr, welche die Stadt bis zur Auflösung der Standortmarketing-Organisation Ende 2011 an diese gezahlt hatte.
Im Budget der jährlichen 150 000 Franken ist laut Stadtrat der Aufwand für eine neue 80-Prozent-Stelle in der Verwaltung enthalten. Diese soll als Stabsstelle dem Stadtpräsidenten direkt zugeordnet sein, und zwar in der Abteilung Inneres, Finanzen und Kultur.
Nicht realistisch
Im damaligen Bericht des Stadtrats heisst es, dass die Kanzlei die Standortförderung aus Kapazitätsgründen nicht übernehmen könne. Ebenso wenig realistisch sei das Übertragen der Marketing-Aufgaben an die Fachstelle Stadtentwicklung und Ortsplanung. Die Anforderungsprofile des Stadtentwicklers und des Standortförderers würden sich grundlegend unterscheiden.
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