Tagblatt Online, 22. September 2010 01:04:50
Erste Tankstelle mit Gratisstrom
Mächtig unter Strom: Stadtrat Fredy Brunner an der E-Ladestation. (Bild: Bild: Michel Canonica)
ST.GALLEN. Die Empa hat gestern die erste öffentliche E-Ladestation der Stadt für Elektrozweiräder eingeweiht. Dank Unterstützung der Stadt steht der Strom dort vorerst kostenlos zur Verfügung.
ODILIA HILLER
Der städtische Energieminister Fredy Brunner schwingt sich aufs Motocross und fährt davon. Sein Ziel? Die neue E-Tankstelle der Empa, wo es ab sofort Gratisstrom für alle E-Bikes und E-Scooter gibt. Denn der Motocross-Töff, das der Stadtrat zur Feier des Tages fährt, ist elektrisch betrieben. Deshalb wartet die versammelte Festgemeinde am E-Scooter-Testtag vergebens auf Rauchwolken und Motorengeheul.
Ein E-Motocross surrt und seufzt zwar leise vor sich hin, ist aber so wendig und flink wie ein «richtiges». Davon konnten sich die Besucher des E-Scooter-Testtags an der Lerchenfeldstrasse gestern selbst überzeugen.
Bald auch in der Innenstadt
Die erste, mit Solarzellen vom Empa-Dach betriebene E-Ladestation kann dank eines Förderbeitrags aus dem Energiefonds der Stadt den Strom während zwei Jahren kostenlos anbieten.
Da die meisten E-Fahrzeugnutzer ihre Geräte zu Hause und am Arbeitsplatz laden, werde die Station bei der Empa wohl primär von deren Mitarbeitern genutzt, sagt Karin Hungerbühler vom städtischen Amt für Umwelt und Energie, zuständig für die Energie-Förderprogramme. Doch die Inbetriebnahme der E-Tankstelle ist für die städtischen Verantwortlichen Anlass, auch die Standorte von sechs geplanten E-Ladestationen für Zweiräder auf öffentlichem Grund bekanntzugeben.
Bis Ende Jahr soll Gratisstrom aus der Steckdose auf dem Bahnhofplatz hinter dem VBSG-Pavillon, beim Bahnhofpärkli, am Bohl bei der Post Brühltor, auf dem Marktplatz, beim Kundencenter der Stadtwerke an der Vadianstrasse 6 sowie bei den Stadtwerken an der Steinachstrasse erhältlich sein.
Private Tankstellen fördern
Im übrigen unterstützt die Stadt weiterhin den Kauf von E-Scootern für Stadtbewohner, indem sie 15 Prozent des Kaufpreises bis maximal 1000 Franken daran beiträgt.
Auch private E-Tankstellen fördert die Stadt mit Beiträgen aus dem Energiefonds.
E-Scooter verbrauchen umgerechnet lediglich 0,5 Liter Benzin auf 100 Kilometer und gelten damit als besonders umweltfreundlich.
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