«Viel Arbeit, Ärger und wenig Ertrag»

WILDHAUS ⋅ Der rückläufige Kalbfleischkonsum, stagnierende oder sogar sinkende Produzentenpreise und der Einsatz für die Tiergesundheit machen den Kälbermästern zu schaffen. Das Fazit für 2016 fällt deshalb wenig erfreulich aus.
18. März 2017, 09:31
Adi Lippuner

Adi Lippuner

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Jeweils im März treffen sich die Rindviehhalter ohne Verkehrsmilchproduktion des Kantons St. Gallen in Wildhaus zur Jahresversammlung. Am Donnerstag fanden sich so zahlreiche Kälbermäster und Gäste im Restaurant Schönau ein, um die statutarischen Geschäfte zu erledigen. Auf dem Programm stand zudem das Referat des Veterinärs Martin Kaske vom Tierspital Zürich zum Projekt Kälbergesundheit.

Präsident Wendelin Jud, Necker, ging in seinem Jahresbericht auf verschiedene Themen ein. Seine Zusammenfassung für 2016 lautet: «Viel Arbeit, Ärger und wenig Ertrag.» Eigentlich habe sich zu Beginn des letzten Jahres abgezeichnet, dass der Preis pro Kilo Schlachtgewicht höher sein werde als im Vorjahr. «Aber das Gegenteil traf ein, mit gut einem Franken tieferen Schlachtpreis musste ein Rückschlag von rund 200 Franken pro Mastkalb verkraftet werden.» Die Kalbfleischproduktion sei um fünf und der Konsum um zwei Prozent zurückgegangen, so der Präsident.

Verbesserung fürs Berggebiet angestrebt

Probleme habe es auch beim Absatz gegeben, so Jud. Er erläuterte die Vorkommnisse rund um die schlachtreifen Terra-Suisse-Kälber, welche letzten Frühling zurückgestellt und später geschlachtet wurden. «Vor allem im Sarganserland und im Kanton Graubünden wurden die schlachtreifen Kälber nicht abgeholt.» Der Vorschlag des Vorstands der Kälbermäster, beim IP-Suisse-Programm nur noch Kälber zuzulassen, welche mit Vollmilch gefüttert werden, die auf dem Betrieb produziert wird, habe kein Gehör gefunden, bedauert der Präsident. «Ganz im Gegenteil, wir mussten uns mit Verleumdungen und Falschaussagen herumschlagen.»

Dabei hätte diese Lösung fürs sonst benachteiligte Berggebiet eine klare Besserstellung zur Folge gehabt. Tatsache sei aber, dass der Verband zu wenig Unterstützung von anderen Organisationen erhalten habe, um das Begehren umzusetzen. Zudem habe die Micarna gedroht, das Terra-Suisse-Label abzusetzen, weil die Mäster im Berggebiet viel zu wenig Kälber produzieren würden.

Erfreuliche Jahresrechnung mit Einnahmenüberschuss

Kassier Daniel Britt präsentierte einen Einnahmenüberschuss von rund 1300 Franken. Der Mitgliederbeitrag wird bei 70 Franken belassen, wobei dem St. Galler Verband zehn Franken bleiben, der restliche Betrag wird dem Schweizerischen Kälbermästerverband weitergeleitet. Insgesamt zählt der St. Galler Verband 209 Mitglieder.

Der schweizerische Präsident, Samuel Graber, überbrachte die Grüsse der Dachorganisation und wies darauf hin, dass er seinen Rücktritt ursprünglich auf 2018 geplant habe, nun aber vermutlich bis 2019 im Amt bleiben werde. «Der zeitliche Aufwand für die Aufgabe ist nicht zu unterschätzen, letztes Jahr habe ich an 70 Sitzungen teilgenommen.»


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