Am Lehrstellenangebot geschnuppert

REKORDBETEILIGUNG ⋅ Vergangenen Samstagvormittag öffnete das 3. Lehrstellenforum im BWZT seine Türen. Zahlreiche Oberstufenschüler und ihre Eltern informierten sich zu Lehrberufen und Fragen der Bewerbung.
19. Juni 2017, 05:17
Patricia Wichser

Patricia Wichser

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@toggenburgmedien.ch

«Ziel ist, dass die Jugendlichen des Toggenburgs herausfinden, welches Lehrstellenangebot hier vorhanden ist», erklärt Norbert Stieger vom Organisationskomitee Lehrstellenforum. «Die Lehrstellenvielfalt des Tals wird hier auf einen Blick ersichtlich», so Norbert Stieger.

Doch welche Lehren sind besonders beliebt bei den Toggenburger Jugendlichen? Was liegt im Trend? «Ein Trend ist schwierig auszumachen», antwortet Christine Kaiser, Berufs- und Laufbahnberaterin. Was als sicher gilt: Im Toggenburg geniessen auch handwerkliche Berufe ein hohes Ansehen. «Es gibt ein grosses Angebot an handwerklichen Berufen und sehr viele Jugendliche, die sich für einen solchen entscheiden», weiss Christine Kaiser. Es gibt auch andere Regionen in der Schweiz, in denen vor allem Lehrstellen im Dienstleistungsbereich vorherrschen und die Vielfalt eingeschränkt ist.

Offizieller Start für Bewerbungen

Eine Unsicherheit, die immer wieder bei Lehrstellensuchenden auftaucht ist: Wann ist der richtige Zeitpunkt des Bewerbens? «Es gibt gewisse Berufsgruppen, die sich sehr früh auf die Suche nach einem guten Lehrling machen», weiss Christine Kaiser.

Dadurch wächst nicht nur der Druck innerhalb der Lehrbetriebsbranche, sondern auch bei den Kindern und den Eltern. Jedes Jahr beginnt der Kampf um den perfekten Lehrling. Wobei der Lehrstellenmarkt auch eine andere Seite aufweist. «Auf den Sommer 2017 gibt es immer noch 14000 offene Lehrstellen schweizweit. Insgesamt hat es 7000 Lehrstellen mehr als Schulabgänger», sagt die Berufs- und Laufbahnberaterin.

«Offizieller Ausschreibungstermin für die Lehrstellen 2018 ist Mitte August 2017. Dann sind die Lehrstellen auf der Internet-Seite www.berufsberatung.ch aufgeschaltet.» Um vorher an eine Lehrstelle zu gelangen, müssten Zeitungsinserate, Onlineinserate oder Webseiten der Betriebe gesucht werden. «Die Schüler brauchen für ihre Berufswahl Zeit. Wir möchten den Jugendlichen die Zeit geben und versuchen, den Druck zu verringern», erklärt sie. So gibt es auch sehr gute Brückenangebote.

Wenn es nicht auf Anhieb klappt, ist es gut, einen Plan B bereit zu halten. «In der Berufsberatung können mit den Jugendlichen oft weitere passende Berufe erarbeitet werden. Dann liegt es an ihnen, diese Alternativen zu prüfen», erklärt Christine Kaiser. Vielfach führe eine Berufsfeldöffnung zum Erfolg.

Sich nicht verrennen, nicht versteifen, sondern offen sein für die verschiedenen Berufe, rät die Berufs- und Laufbahnberaterin. Die Oberstufe bilde das Zeitfenster, um sich ein Berufsbild machen zu können und vieles über sich selber zu lernen. Wer bin ich? Was passt zu mir? Was liegt mir? Welches sind meine Stärken? Gibt es da generelle Tipps, welche die Berufs- und Laufbahnberatungspersonen Schülern und Eltern auf den Weg geben können? «Möglichst viele Berufe anschauen. Das Schnuppern nutzen. Allenfalls auch Unterstützung bei der Berufsberatung holen. Die Lehrer helfen auch sehr gerne weiter. Die Eltern müssen sich aber auch ihrer Verantwortung bewusst sein», weiss Christine Kaiser.

Am Lehrstellenforum waren sehr viele Eltern mit ihrem Nachwuchs unterwegs, nahmen die Verantwortung wahr und konnten aus dem Vollen schöpfen: Total 78 Toggenburger Firmen bedeuten eine neue Rekordbeteiligung.

Die Lehrbetriebe scheuten keine Mühe, um die Jugendlichen umfassend über ihr Lehrstellenangebot zu informieren, den Betrieb vorzustellen und Kontakte zu knüpfen. Einzelne Firmen bauten auch kleinere Aufgaben ein, welche die Lehrstellensuchenden lösen konnten.

Breites Interesse für die Podien

Auf breites Interesse stiessen auch die beiden Podien «Rund ums Bewerben» mit Andreas Gehrig (Högg AG), Daniel Kamber (Kamber Treuhand AG), Roland Stump (Stump’s Alpenrose), Peter Brunner (Ebnat AG), Esther Scherrer (Solino) und Hans-Peter Schönenberger (E. Weber AG). Ein weiteres Podium setzte den Schwerpunkt «Elterninformation» für Eltern von Schülerinnen und Schüler der 1. Oberstufe.

Alles in allem verliessen die Jugendlichen und Eltern das Lehrstellenforum erleichtert. Sie sind um viel Wissen reicher und der passenden Lehrstelle ein Stück näher gerückt.


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