Aus für Bäckerei Alpiger

WILDHAUS ⋅ Nach fünf Jahren beenden Andrea und Steffen Höppner ihre Tätigkeit in der Bäckerei Alpiger. Die Verkaufsläden in Wildhaus und Unterwasser schliessen.
12. August 2017, 08:10
Sabine Schmid

Am 20. August schliessen die Bäckerei Alpiger in Wildhaus und deren Verkaufsstelle in Unterwasser die Türen. Die Inhaber Andrea und Steffen Höppner haben das Mietverhältnis auf Ende des Monats gekündigt. Sie könne die Arbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weiterführen, begründet Andrea Höppner. Ihr Mann fügt das schwierige Umfeld als weiteren Grund an, der ihn zur Geschäftsaufgabe bewogen hat.

Fünf Jahre lang hat das Paar die Bäckerei Alpiger in Wildhaus geführt. Zuvor haben sie während mehreren Jahren dort in der Backstube gearbeitet. Dies erachten sie im Nachhinein als wichtig, damit sie die Kundschaft, deren Wünsche und die Philosophie der Bäckerei kennen lernen konnten. «So ist es uns gelungen, viele Stammkunden von unserem Vorgänger zu behalten», sagt Steffen Höppner.
 

Spezialitäten sind gut gelaufen

Die vergangenen fünf Jahre bezeichnet das Ehepaar Höppner als «turbulent». Sie seien immer wieder gezwungen gewesen, auf den Rückgang des Umsatzes zu reagieren. So sind sie mit dem Verkaufsauto auf Märkte gefahren, wo sie Toggenburger Spezialitäten verkauft haben. Das sei gut gelaufen, sagt Steffen Höpp­ner rückblickend, sei aber mit grossem Aufwand verbunden ­gewesen. Auch die Idee, den ­Verkaufswagen in Nesslau zu stationieren und dort Sandwiches und Getränke zu verkaufen, wurde wieder aufgegeben. Schliesslich haben Höppners die Bäckerei in Unterwasser gemietet und dort eine Verkaufsstelle eröffnet. Dies half aber auch nicht, die Umsatzeinbussen zu kompensieren.

Sie hätten vieles richtig gemacht, ist Andrea Höppner überzeugt. Dies zeigen unter anderem auch die Auszeichnungen, die sie für einige ihrer Produkte erhalten haben. «Wir haben den Mandelfisch und das St. Galler Brot zertifizieren lassen. Das hat sich aber nur bedingt ausbezahlt», resümiert Andrea Höppner.

Zu allen wirtschaftlichen Schwierigkeiten komme hinzu, dass es sehr schwierig sei, Fachkräfte für eine Arbeit in Wildhaus zu finden. «Es gab einige Bewerber, die uns auf der Anfahrt zum Bewerbungsgespräch abgesagt haben», erzählt Steffen Höppner.

Durch die Schliessung der Bäckerei und der beiden Verkaufsstellen verlieren acht Personen, darunter auch Teilzeitmitarbeiter, ihre Stelle. Sie hätten diesen Schritt aber frühzeitig kommuniziert, so dass sich alle neu orientieren konnten, sagt Steffen Höppner. Er selber wird weiterhin als Bäcker tätig sein. Denn er arbeite nach wie vor gerne in diesem Beruf, betont er.


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