Der Bergbahnen-Streit wird auch im Netz diskutiert - und Mélanie Eppenberger kommt nicht gut weg

WILDHAUS-ALT ST.JOHANN ⋅ Auch bei Facebook wird über den Bergbahnen-Streit im Obertoggenburg diskutiert. Es gibt sogar eine eigene Gruppe «Gegen die Trennung der Toggenburger Bergbahnen».
14. November 2017, 07:21
Katharina Rutz

«Ich frage mich wirklich, warum es nicht möglich ist, sich auf normalem, für beide Seiten verträglichem Weg auszutauschen und dann an der – ohne Zweifel benötigten – Fusion zu arbeiten», diese Frage stellt sich eine Facebook-Nutzerin in der Gruppe «Gegen die Trennung der Toggenburger Bergbahnen». Anlass ist das Flugblatt mit der Ankündigung der Verlängerung des Aktientauschangebotes Seiten der Toggenburg Bergbahnen AG, welches in den Gemeinden Wildhaus-Alt St.Johann und Grabs verteilt wurde. Sie spekuliert gleichzeitig, dass der Tausch wohl nicht allzugut laufe, wenn es ein Flugblatt und eine Verlängerung bis Ende September 2019 brauche. Als «Kindergarten» und «Trauerspiel» werden die aktuellen Entwicklungen im Bergbahnen-Streit von den Kommentarschreibern bezeichnet.
 

Vor allem Eppenberger wird kritisiert

Kritisiert wird die Sturheit der beiden Verwaltungsratspräsidenten, wobei Mélanie Eppenberger, VR-Präsidentin der Toggenburg Bergbahnen AG, deutlich stärker in der Kritik steht. «Aber alles, was in Wildhaus gesagt, geschrieben, geplant, offeriert wird, wird von Frau E. schlecht gemacht. Schaut doch mal die Zahlen ehrlich an, Wildhaus steht finanziell gesund da, belegt dies auch mit einem öffentlichen Geschäfts­bericht. Von den TBB erhält man keine Zahlen, nur geschönte Erklärungen! Ob Frau E. wohl bald vor dem Bankrott steht?», schreibt beispielsweise ein anderes Gruppenmitglied.

Die Gruppe «Gegen die Trennung der Toggenburger Bergbahnen» ist im August 2015 entstanden. Damals entbrannte der Tarifstreit um das gemeinsame Winterticket. Damals meldete sich sogar Skisprunglegende Walter Steiner per Facebook aus Schweden: «Es ist für mich unfassbar, überhaupt zu diskutieren, wieder uneinheitliche Skipässe zu verkaufen. Das wäre sozusagen wieder ein Schritt zurück und ein Beweis, dass wir im obersten Toggenburg immer noch nicht richtig zusammenarbeiten können! Glaube aber nicht richtig, dass es so weit kommen wird, wenn alle wollen! Gruss aus Schweden.» Da hat er sich wohl geirrt.

Und so blieb auch die Facebook-Gruppe mit inzwischen 655 Mitgliedern nach der vorläufigen Einigung Ende Oktober 2015 bestehen. Weiteres «Theater» wurde nämlich von den Mitgliedern vorausgesehen. Mit dem Übernahmeangebot vom Juni dieses Jahres und der erneuten Aufkündigung des Tarifverbundes sollten sie recht behalten.

Auffällig bei all den Kommentaren ist, dass Mélanie Eppenberger schlecht wegkommt. Mehr als eine positive Nennung für die Investitionen, die unter ihrer Führung in Unterwasser getätigt wurden, findet sich in der Gruppe nicht. Die Kritik ist allerdings zahlreich. So wird sie beispielsweise als «überheblich, intransparent und unsensibel» beschrieben. Von einem Mitglied wird Eppenberger gar mit Le Pen verglichen und sie könne doch gleich bei den nächsten Präsidentschaftswahlen in Frankreich mitmachen.

Den Leitartikel zum Bergbahnenstreit im Obertoggenburg lesen Sie hier.


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