Die Selunbahn als Quartettkarte

VERSPIELT ⋅ Kürzlich ist ein Seilbahnquartett erschienen, herausgegeben von einem Luzerner. Darin kommen unter anderem vier Ostschweizer Bahnen vor - auch die Selunbahn im Obertoggenburg gehört dazu.
19. Juni 2017, 15:21
Anina Rütsche
32 Bildkarten gehören zum Seilbahnquartett, das der Luzerner Marcel Michel kürzlich im Eigenverlag herausgegeben hat. Und siehe da, auch das Toggenburg spielt mit: Karte Nummer 4c aus der Kategorie Ostschweiz zeigt die Selunbahn, eine offene Kistenbahn nach alter Bauart, welche Starkenbach und das Alpgebiet in der Nähe des Wildenmannlisloch verbindet. Die drei anderen Motive aus der Ostschweiz thematisieren die Seilbahnen Ragnatsch-Palfries und Vättnerberg im Sarganserland sowie Niederurnen-Morgenholz im Kanton Glarus.
«Viele in unserem Spiel vorgestellte Bahnen sind nichts für schwache Nerven und gleichen fast einer Mutprobe», heisst es passenderweise in der Beschreibung zum Spiel, die im Internet zu finden ist. Dort wird auch darauf hingewiesen, dass hier die Kleinseilbahnen aus den Schweizer Alpen im Vordergrund stehen, und nicht etwa die grossen Touristenmagnete, die bereits allseits bekannt sind. «Lassen Sie sich von der besonderen Auswahl inspirieren und gönnen Sie sich schon bald ein luftiges Vergnügen.» Wer sich online über das druckfrische Quartett schlau macht, merkt übrigens bald, dass es bei weitem nicht für sich alleine steht: Es gehört zur 2009 ins  Leben gerufenen Reihe «Alpinquartett», in der auch Sets mit Hütten, Gipfeln und Bergseen vorkommen.

Ein Set und mehrere Variationen
Exklusive Fotos, aufschlussreiche Kennzahlen, neue Ausflugsideen und jede Menge Spielspass zur Entspannung nach einer anstrengenden Tour: Das alles bietet das neue Seilbahnquartett gemäss Ausschreibung. Neben der klassischen Spielanleitung wird eine weitere Variante mitgeliefert. Es geht darum, die anderen mit Kennzahlen aus dem eigenen Repertoire zu übertrumpfen. «Eine Person liest einen von ihr frei gewählten Wert vor. Die Mitspielenden nennen reihum ebenfalls die besagte Angabe von ihrer Karte. Wer den höchsten Wert hat, gewinnt die Karten der anderen Mitspielenden, steckt diese unter den eigenen Stapel und nennt wiederum eine Angabe auf der nächsten Karte. Es gewinnt, wer die meisten Karten besitzt.» Natürlich, so die Beschreibung, lässt sich das Vorgehen auch aufs Untertrumpfen mit möglichst tiefen Kennzahlen übertragen.

Spielerisch Ausflugsideen vermitteln
«Ein Quartett mit Motiven aus unserer Bergwelt habe ich mir schon als Bub gewünscht», sagt Marcel Michel, der Initiant der Alpinquartette. Der 47-Jährige ist gerne in der Natur unterwegs und mag Kartenspiele. Auch seinen Kindern – sieben und elf Jahre alt – gefallen die Quartette. «Das alles sind Reiseziele für uns», sagt der Luzerner. «Und eine Fahrt in einer historischen Luftseilbahn ist oftmals abenteuerlich. Das macht uns Spass!» Marcel Michel geht davon aus, dass dies auch andere Familien so sehen. «Das Quartett dient daher auch dazu, die Leute spielerisch mit Ausflugstipps zu versorgen», hebt er hervor. «Aufgrund seiner geringen Grösse eignet es sich auch wunderbar als Reisespiel.»
Bei der Auswahl der Fotos habe er darauf geachtet, dass die Bahnen in einem möglichst ursprünglichen, nostalgisch anmutenden Zustand seien, sagt Marcel Michel. Einige Bilder erhielt er direkt von den Betreibern der Bahnen, andere bezog er per Anfrage an Fotografen, die sich auf alpine Motive spezialisiert haben. Mit der Selunbahn gereist ist der Luzerner übrigens noch nicht. «Die Innerschweiz kenne ich halt besser als die Ostschweiz», sagt er lachend. Doch natürlich sei es sein Ziel, dereinst mit allen Bahnen gefahren zu sein, die in seinem Quartett vorkommen.

Freude herrscht bei der Alpkorporation
Auf das neue Seilbahnquartett angesprochen, reagiert Peter Bösch, Präsident der Bahn-Eigentümerin Alpkorporation Selun, erfreut. «Ja, Marcel Michel hat mich vor einiger Zeit kontaktiert», sagt er. Der Luzerner sei auf der Suche nach Zahlen und Fakten zur Selunbahn gewesen. «Und natürlich habe ich bei dieser Gelegenheit gleich mehrere Quartette bestellt», so Peter Bösch. Der Korporationspräsident plant nun, das Spiel demnächst bei der Talstation der Bahn in Starkenbach zum Verkauf anzubieten.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit (15 Franken pro Spiel): www.alpinquartett.ch.

 

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