Halbstundentakt wie bisher

OBERTOGGENBURG ⋅ Die Haltestelle Krummenau der Südostbahn wird nicht zu einer Kreuzungsstation ausgebaut. Das teilte der Kanton vergangene Woche mit.
17. Juli 2017, 07:07

Bisher war geplant, dass ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 die Züge zwischen Wattwil und Nesslau-Neu St. Johann im Halbstundentakt verkehren. Nach intensiven Prüfungen hat der Kanton in Absprache mit dem Bund beschlossen, am Status quo vorerst festzuhalten und den Halbstundenakt weiterhin mit Bahn und Bus anzubieten. Das teilte der Kanton am Freitag mit.

Seit rund einem Jahr hätten sich der Kanton St. Gallen, das Bundesamt für Verkehr sowie die Transportunternehmen intensiv mit dem zukünftigen Angebot im Obertoggenburg auseinandergesetzt. Grund dafür sei, dass der Kanton St. Gallen den im Ausbauschritt 2025 geplanten Halbstundentakt der Bahn inklusive der dafür notwendigen Kreuzungsstelle Krummenau hinterfragt habe, heisst es weiter. Der Einsatz von zwei Eisenbahnkompositionen auf der Strecke Wattwil–Nesslau-Neu St. Johann mit langen Aufenthalten in Nesslau-Neu St. Johann wäre nach Einschätzung des Kantons zu teuer und wenig wirtschaftlich.

In einer frühen Planungsphase habe die Südostbahn (SOB) deshalb eine neue Variante mit kürzerer Fahrzeit und Kurzwende in Nesslau-Neu St. Johann ins Spiel gebracht. Diese Lösung käme mit nur einer Komposition aus, und die Kreuzungsstelle in Krummenau würde überflüssig. Bei der Kosten-Nutzen-Analyse erzielte diese Variante das beste Ergebnis, schreibt der Kanton.

Detaillierte Prüfungen hätten nun gezeigt, dass diese Variante in den nächsten Jahren nicht umsetzbar sei. Sie berge bezüglich Infrastrukturbedarf, Rollmaterial und Fahrplanstabilität zu grosse Risiken, heisst es. Nach Abwägen der Vor- und Nachteile hat der Kanton als Besteller laut Medienmitteilung zusammen mit dem Bund beschlossen, das heutige Angebot mit Bahn und Bus vorerst beizubehalten. Das bisher geplante Angebot mit der Kreuzungsstelle Krummenau wird nicht weiterverfolgt.

Der Kanton begründet seinen Entscheid damit, dass der Einsatz einer zusätzlichen Eisenbahnkomposition zwischen Wattwil und Nesslau-Neu St. Johann zu höheren Betriebskosten als das heutige gemischte Bahn- und Busangebot führt. Die Folge sei ein schlechteres Ergebnis der Kosten-Nutzen-Analyse. Ein Halbstundentakt auf der Bahn erreiche sowohl betriebs- als auch volkswirtschaftlich ein negatives Ergebnis. Dazu kommt laut Mitteilung des Kantons, dass die angestrebte Beschleunigung auf der Strecke und die Kurzwende in Nesslau-Neu St. Johann keine Kreuzungsstelle verlangen. Die Investition wäre folglich vergebens.
 

Optimierung bei den Busanschlüssen prüfen

Der Kanton St. Gallen strebt langfristig die Variante mit kürzeren Reisezeiten und der Kurzwende in Nesslau-Neu St. Johann an, heisst es abschliessend. Diese Lösung hat ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis. Mit Blick auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2018 prüft der Kanton nun Optimierungen bei den Busanschlüssen in Nesslau-Neu St. Johann und Buchs, um Schwachpunkte im System zu beseitigen.

Die Südostbahn nannte vor kurzem die Strecke von Wattwil ins Obertoggenburg als mögliche Versuchsstrecke für den Betrieb automatischer Züge. Dank der Modernisierung zwischen Ebnat-Kappel und Wattwil und dank des Einsatzes automatischer Züge könne man die Fahrzeit von Wattwil ins Obertoggenburg verkürzen (Ausgabe vom 21. Juni). In der Folge komme man mit einem Zug für die Strecke von Wattwil nach Nesslau-Neu St. Johann aus, hiess es. Wie rasch das möglich ist, ist offen, da das Bundesamt für Verkehr vorerst kein grünes Licht für Versuche mit automatischen Zügen geben will. (pd/mkn)


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