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Tagblatt Online, 11. September 2010 01:03:16

Blick hinter die Kulissen der Toggenburger Druckerei

Zoom

(Bild: Sabine Schmid)

WATTWIL. Der fünfte Anlass im Rahmen des Projekts Lesehunger gewährte einen Einblick in die Welt der Bücher. Die Toggenburger Druckerei zeigte den Weg von der Idee zum fertigen Buch. Zwei Autoren erzählten, wie sie an Buchprojekte herangehen.

Sabine Schmid

 «Für uns Drucker ist dies kein Buch», sagt Peter Reichenbach und hält das neuste Exemplar des Toggenburger Jahrbuchs in die Höhe. Der Leiter des Toggenburger Verlags erntet fragende Blicke und erklärt daher: Für den Drucker zeichnet sich ein Buch damit aus, dass der Umschlag grösser ist als die Seiten. Sind die Seiten und der Umschlag gleich gross, spricht der Drucker von einer Broschüre.

Auf den Spuren des Jahrbuchs

Das Jahrbuch 2011, das am kommenden Mittwoch lanciert wird, diente als roter Faden beim Rundgang durch die Toggenburger Druckerei. Bei der Begrüssung erklärte Peter Reichenbach, wie ein mehrköpfiges Autorenteam Beiträge für das Jahrbuch zusammen trägt. Der ehemalige Kantonsschullehrer Hans Büchler und sein Team sind verantwortlich für die Redaktion. Sie sind es, die die Beiträge in die Druckerei für die Weiterverarbeitung bringen.

Layout und Seitenzahlen

Als erste bearbeiten die Polygrafen die Daten, welche von den Autoren abgegeben werden. Milena Stampfli stellt die verschiedenen Programme vor, mit welchen die Texte ins gewünschte Layout gebracht und die Bilder optimal bearbeitet werden. Erst wenn diese Arbeit gemacht sei, könne die Seitenzahl festgelegt werden, erklärte die junge Berufsfrau. Die Korrektorinnen prüfen die von ihr gestalteten Seiten anschliessend auf Fehler.

In einem anderen Büro zeigte Polygraf Urs Nef, wie er aus den elektronischen Daten die Druckbogen montiert und die Druckplatten für den Vierfarben-Druck herstellt. Anders als früher, als noch Filme verwendet wurden, ist die heutige Produktion umweltfreundlich, denn Chemie kommt keine mehr zum Einsatz.

Schnell und produktiv drucken

Der nächste Posten auf dem Rundgang war im grossen Drucksaal.

Drucktechnologe Thomas Brunner erklärte die verschiedenen Arbeitsschritte, bis ein Papierbogen mit vier Farben bedruckt ist. Dank modernster Technologie werden die Farben automatisch eingestellt, was eine schnelle Produktion erlaubt. Die interessierten Besucherinnen und Besucher waren eingeladen, einen Blick in die Rotationsmaschine zu werfen.

Sie waren erstaunt, dass farbige Bilder in einem Rasterdruck hergestellt werden und mit einer Lupe die einzelnen Farbpunkte gut sichtbar sind. Schliesslich konnten die Besucherinnen und Besucher erfahren, wie aus einem Papierbogen die einzelnen Buchseiten entstehen. Drucktechnologe Urs Castelberg zeigte zuerst von Hand, wie eine Maschine innert wenigen Sekunden den Bogen faltet und sechzehn Buchseiten produziert.

In einem kurzen Film wurde schliesslich gezeigt, wie die Seiten zum Endprodukt, dem Jahrbuch, gebunden werden.

Gespräch über Bücher

Am Abend kamen in der Bibliothek Wattwil die Autoren zu Wort. Eva Bachmann-Boller unterhielt sich mit Hans Büchler, der als Autor und Herausgeber schon zahlreiche Bücher aufgelegt hat.

Zu Wort kam auch der 15jährige Kantonsschüler Andrin Albrecht, der im vergangenen Jahr in einer kleinen Auflage einen 245 Seiten starken Fantasy-Roman herausgegeben hat.





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