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Tagblatt Online, 01. Mai 2009 01:05:10

FC Wattwil Bunt gegen Gewalt

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Wattwiler und Lichtensteiger Fussballer setzen klares Zeichen gegen Gewalt: (von links) Gion Beer, Vorstand St. Galler Fussballverband; Heinz Schefer, Präsident FC Wattwil Bunt 1929; Bruno Diebold, Vorstandsmitglied FC Wattwil Bunt und Projektleiter; Roger Hasler, FC Wattwil Bunt und Bruno Schöb, IG St. Galler Sportvereine. (Bild: Bild: tra)

Der vereinte Fussballclub FC Wattwil Bunt 1929 hat das Label «Sport-verein-t» verliehen bekommen. Am Mittwoch überreichten Verantwortliche vom St. Galler Fussballverband und der IG St. Galler Sportverbände im Thurpark Plakette und Fahne.

Tanja Trauboth

Wattwil. Der FC Wattwil hatte bereits das Label «Sport-verein-t». Nun hat es der fusionierte Verein unter der Leitung von Vorstandsmitglied und Projektleiter Bruno Diebold erneut geschafft. 16 der mehr als 60 Fussballvereine im Kanton St. Gallen sind bereits zertifiziert. Der FC Wattwil Bunt 1929 ist wegen der Fusion der erste, der die Prozedur zweimal durchgeführt hat.

Die Gemeinderäte Maria Kaiser aus Wattwil und Guido Ludescher aus Lichtensteig sowie der Wattwiler Schulratspräsident Norbert Stieger würdigten die gesellschaftlichen Leistungen des Fussballvereins. Die Lichtensteiger Schulratspräsidentin Trudy Meier berichtete aus ihrer Erfahrung als Mutter. Ihr Sohn spielte Fussball im FC Bunt. Damit habe er eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung gehabt und Migrantenkinder persönlich kennen gelernt. «Dank dem FC hatten sie einen Namen, waren für ihn nie <Jugos>», sagte sie.

Task Force gegen Gewalt

Projektleiter Bruno Diebold vom FC Wattwil Bunt erläuterte das Dossier. In diesem Handbuch macht der Verein unmissverständlich klar, das er Gewalt oder sexuelle Übergriffe nicht tolerieren werde. Die Fussballer haben sich auch über die Ursachen Gedanken gemacht. Ein Umfeld von Gewalt entstehe über einen längeren Zeitraum und könne auch durch eine falsche Erwartungshaltung ausgelöst werden, schreiben sie.

Obwohl es beim Leistungssport um fairen Kampf, Ausdauer und Kraft bis an die eigenen Grenzen geht, darf man vor allem Jugendliche nicht unter Druck setzen. Die erwachsenen Sportler und Trainer üben dabei eine Vorbildfunktion aus. Die Sprache, in der Anweisungen erteilt werden, kann ein gewalttätiges Umfeld fördern. Den Fussballern ist bewusst, dass etwa Beleidigungen und Auslachen auch Gewalt sind. Sollte jemand gewalttätig werden, wird eine Task Force gebildet.

Im Heft, das in einer Kunststoffmappe sicher verpackt ist, sind auch die verantwortlichen Funktionäre aufgeführt.

Vereinsleben mit Philosophie

Die Wattwiler und Lichtensteiger Fussballer haben sich ein Leitbild gegeben und eine Philosophie des Miteinanders entwickelt, nach der sie ihr Vereinsleben gestalten. Sie ist überschrieben mit «Mitenand gohts besser!» Das betrifft auch die Eltern. Ihr Einsatz soll nicht beim Einzahlen des Jahresbeitrages enden. Bereits gute Erfahrung habe man mit den Spezial-Events von und für Migranten gemacht, sagte Diebold.

Sie geben den Migranten-Familien die Gelegenheit, ihr Ursprungsland vorzustellen, mit Musik- und Tanzvorträgen, Filmen, Dias, oder einem Verpflegungsstand mit typischen Spezialitäten. Bei rund vierzig Prozent der Mitglieder mit Migrations-Hintergrund, ist aber im Grunde genommen jede Aktivität im FC Wattwil Bunt ein Integrationsprojekt und so auch die normalen Anlässe im Dossier aufgeführt, etwa Grümpelturnier, Lottomatch, Papiersammlung.

Bruno Schöb von der IG Sportverbände, die das Label «Sport-verein-t» vergibt, erwähnte den hohen Anteil Junioren an den Aktiven im FC Wattwil Bunt.





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