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Tagblatt Online, 22. September 2009 01:03:39

Wattwiler Jungforscher in Paris

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Damian Steiger erklärt am EU-Jungforscher-Wettbewerb zwei Jurymitgliedern seinen Teilchenbeschleuniger. (Bild: Bild: pd)

«Schweizer Jugend forscht» beurteile Damian Steigers Teilchenbeschleuniger als «hervorragend» und schickte ihn mit seiner Maturaarbeit zum europäischen Jungforscher-Wettbewerb nach Paris. Letzte Woche gewann der 19jährige Damian Steiger auch dort einen Preis.

Hansruedi Kugler

Wattwil. Eine Woche Aufenthalt in Grenoble hat Damian Steiger in Paris gewonnen: Aber nicht für Skiferien – Steiger wird im dortigen Teilchenbeschleuniger den Forschern über die Schultern schauen können. Mit seinem selbst entwickelten Mini-Teilchenbeschleuniger, der auf jeden Schreibtisch passt, hat er zuerst seinen Physiklehrer Rolf Heeb an der Kanti Wattwil, danach die Jury von «Schweizer Jugend forscht» und nun auch die europäische Wissenschafts-Jury überzeugt.

Gut gerüstet beim Englisch

Auf den Wettbewerb in Paris hat Steiger seinen Teilchenbeschleuniger noch verbessert und die ganze Präsentation auf Englisch übersetzt. Denn offizielle Sprache am europäischen Forscher-Anlass war Englisch. Reicht dafür das Kanti-Englisch? «Wenn man in der Kanti gut war, dann ja», sagt Steiger. Er selbst habe parallel an der Kanti noch das Advanced gemacht und war im Sommer einen Monat in den USA. Einen eigenen Coach hatte Damian Steiger bei seinem Pariser Aufenthalt nicht.

Die Delegation bestand aus drei Jungforschern und dem Geschäftsleiter von «Schweizer Jugend forscht».

Bezahlt hat alles die EU

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs wohnten in einem Hotel im Zentrum von Paris. Aufenthalt, Unterbringung und dem organisierten Rahmenprogramm am Abend wurden von der EU bezahlt.

Dank einem Abkommen zwischen der EU und «Schweizer Jugend forscht», das auch einen Schüleraustausch von EU-Studenten in die Schweiz beinhaltet, können am Europäischen Jungforscher-Wettbewerb auch Schweizer teilnehmen.

Die jungen Forscherinnen und Forscher stellten ihre Projekte in einer Halles des Pariser Wissenschaftsmuseums aus, Box neben Box, wie in einer grossen Messe. Relativ eng sei es gewesen, sagt Damian Steiger. Aufgestellt hat Steiger alles selbst. Die Ausstellung war aber keine Publikumsmesse.

Zugelassen waren nur geladene Gäste, Wissenschaftler (darunter fünf Nobelpreisträger), Politiker, Universitätsvertreter, Medien und zwei Familienangehörige.

Kontakte bis nach Japan

Die Jurymitglieder kamen einzeln an die verschiedenen Stände und liessen sich die jeweiligen Projekte erklären. Seinen Zyklotron hatte Damian Steiger zwar aufgestellt, laufen lassen durfte er ihn wegen den Sicherheitsvorschriften aber nicht. Zeit, um andere Stände zu besuchen, hatte er kaum, höchstens für ein paar Minuten.

Unter den vielen Kontakten und Gesprächen hebt Steiger vor allem jene mit den japanischen Universitätsvertretern hervor: Diese seien sehr stark daran interessiert, dass europäische Forscher nach Japan kommen. Steiger selbst würde gerne ein Teil seines Studiums in den USA absolvieren. Vielleicht den Master oder sogar schon den Bachelor.

Nun kommt Büffeln an der ETH

Eine detaillierte Jurybegründung bekamen die Jungforscher nicht. Die Preisübergabe war eine kurze Feier mit anschliessendem Galaessen. Seit Mitte letzter Woche ist Damian Steiger nun an der ETH am Büffeln. Sein Physik-Studium hat angefangen. Der erste Eindruck? «Viele Leute, der Hörsaal ist voll. Mir gefällt es.» Im Moment sei er optimistisch. Die Wandtafel sei im Moment noch verständlich: «Man sagt, wenn man nach drei Monaten immer noch bei den Leuten ist, dann hat einem die Kanti gut auf das Studium vorbereitet», sagt Steiger.





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