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Tagblatt Online, 27. Oktober 2009 01:03:47

Maturaarbeit erfüllt Traum

Die Nesslauerin Livia Heim gründete für ihre Maturaarbeit das Label «LaKritz» und designte 38 Kleider. Am Freitag wurden diese an einer Modeschau in Ebnat-Kappel vorgeführt.

Ebnat-Kappel. Der rote Teppich ist ausgelegt, ein Mädchen verteilt den eintreffenden Gästen Lakritze. Der «Schuppen» beim Ebnat-Kappler Bahnhof füllt sich, die letzten Gäste müssen gar von draussen der Modeschau folgen. «Ich erfülle mir mit dieser Maturarbeit meinen Wunsch, einmal meine eigene Modekollektion präsentieren zu können», sagt Livia Heim aus Nesslau. «Diesen Wunsch trage ich schon lange in mir. Die Maturarbeit ist nun der richtige Zeitpunkt dafür.»

Mode ist wie Lakritze

«Mode ist wie Lakritze. Also etwas, das das Leben versüsst», erklärt Livia Heim die Namenswahl für ihr Label. «Lakritze hat Charakter, nicht jeder mag sie, sie ist etwas Spezielles.» Und darauf möchte sie die Menschen hinweisen, «dass jeder speziell ist und zu dem auch stehen soll.» Und so unterschiedlich wie die Menschen sind, so unterschiedlich sind auch die 38 Kleider, die Livia Heim für ihre Maturarbeit entworfen und genäht hat.

«Für mich zeigen diese Kleider drei Aspekte, die alle Menschen haben: träumen, sich austoben und geniessen.»

Von ätherisch bis schrill

Die Schau beginnt mit keltischer Harfenmusik. Junge, meist blonde Frauen kommen aus der Dunkelheit und schweben verträumt durch den Mittelgang, der als Laufsteg dient. «Fee» ist die erste Kollektion von Livia Heim.

«Ich habe bewusst hellhäutige Frauen gewählt, um diese Kollektion zu zeigen – sie haben von Natur aus etwas Feenhaftes an sich.» Dann folgt die zweite Kollektion, die kontrastreicher zur ersten nicht sein könnte: Was vorher schwebend und ätherisch war, kommt bei «Rainbow» leuchtenden bis schrill daher. Auf einen Schlag stehen 12 junge Models auf der Bühne.

Selbstbewusst und erhobenen Hauptes defilieren sie zu Funk und Hip-Hop über den Laufsteg, um sich dann gemeinsam auf der Bühne in Position zu bringen. «Rainbow» bringt Farbe ins Leben – austoben ist das Motto.

800 Arbeitsstunden

«Es ist mein Anliegen, mit den unterschiedlichsten Farben und Stoffen die ganze Weiblichkeit darzustellen.» Dafür hat Livia Heim keinen Aufwand gescheut. Sie hat sogar namhafte Stoff-Hersteller als Sponsoren gewinnen können.

«Von den Schnittmustern bis zur Choreographie für die Modeschau habe ich alles selber gemacht.» Livia Heim hat eine unkonventionelle Maturarbeit gewählt und insgesamt 800 Arbeitsstunden dafür aufgewendet.

Nach der Matura plant die Nesslauerin ein Jahr, in dem sie sich der Musik und den Musicals widmet. Im Anschluss daran will sie internationale Beziehungen studieren. Livia Heim ist eine ambitionierte junge Frau, die das erreicht, was sie will. Das hat sie mit der «Haute Couture de LaKritz» bewiesen. (cbu)





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