Tagblatt Online, 17. Februar 2012 01:06:04
Notabene
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Ein Knigge für Smartphones
Wenn Sie diese Zeitungsseite jeweils in der Hälfte falten, dann können Sie dies maximal siebenmal tun. Ich habs probiert, es stimmt. Ein Papier kann maximal siebenmal jeweils in der Hälfte gefaltet werden, dann ist Schluss. Unnötiges Wissen, das ich mit einem App auf meinem Telefon auf Knopfdruck geliefert bekomme. Klar, es gibt auch Fahrpläne, das Wetter und die Wechselkurse über Apps zu erfahren – ganz und gar nicht unnötig. Über die Neuigkeiten des Tages bin ich informiert, und ich telefoniere per Internet gratis. Alter Käse, doch für mich neu. Als erklärte Gegnerin der Dauerpräsenz habe ich den Smartphones schon vor Jahren abgeschworen. Bis ich vor einer Woche meine erste eigene Schokoladentafel – so gross ist mein neues Telefon – in die Hand bekommen habe. Erneut ein guter Vorsatz über Bord, denn nun bin ich dauerpräsent. Natürlich habe ich mir felsenfest vorgenommen, dass mein Telefon nie wichtiger werden darf, als die Menschen um mich herum. Das heisst, keine Nachrichten lesen und verfassen im Beisein anderer, schon gar nicht bei Tisch. Dies gilt auch für Surfen im Internet. Kein Telefonieren im Zug oder Lift. Wenn ich in einer gemütlichen Runde sitze, soll mein Telefon nie für andere sichtbar sein. Wenn ich trotzdem dringend darauf angewiesen bin, werde ich mich diskret zurückziehen. Und sollten Sie mich dabei erwischen, wie ich auch diese Vorsätze über Bord werfe, dann halten Sie mir bitte diese Zeitungsseite mahnend unter die Nase. Egal, ob gefaltet oder ungefaltet.
Monique Stäger
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