Tagblatt Online, 03. Dezember 2010 01:02:10
Hindernisse für Heim-Neubau
Auf dem Areal hinter dem Evangelischen Alters- und Pflegeheim ist die Realisierung eines neuen Arboner Pflegeheims geplant. Die evangelische Kirchgemeinde kann nun das Land doch nicht unentgeltlich im Baurecht abtreten. Die Planung ist einstweilen sistiert worden. (Bild: Bilder: Max Eichenberger)
ARBON. Demente Patienten unterzubringen ist eine dringende Aufgabe; sie wird aber ein weiteres Mal aufgeschoben. Die Genossenschaft Sonnhalden genehmigte das Budget 2011. Die Planung eines neuen Pflegeheims kommt ins Stocken.
Hedy Züger
2011 führt in eine neue Pflegefinanzierung, diese bedeutet für die Bewohner in den Heimen eine erhebliche Kostenreduktion. Darüber informierte Hansjörg Binder die Genossenschafter an der Generalversammlung. Die grossen Kostenblöcke in den Pflegeheimen sind Pflege, Betreuung und Unterkunft. Der Kostensektor Pflege ist in zwölf Stufen unterteilt. Im Dreieck der Kostenträger Kasse, Kanton und Patient sind viele Zahlen, aber nicht alle sind bekannt. Binder: «Es bleibt noch viel zu tun.»
Was zunimmt, ist allerdings auch der administrative Bereich – sowohl auf die Heimleitung wie auf Patient/Angehörige kommen unausweichlich neue schriftliche Monatsaufgaben zu. Seit Jahren blieben die Preise in der Cafeteria unverändert, jetzt sollen sie moderat erhöht werden.
Kostensteigerung
Die Pensionstaxen im Sonnhalden werden um 2 bis 3 Prozent teurer. Das neue Reglement der städtischen Pensionskasse verlangt höhere PK-Beiträge. Für einen Teil der Mitarbeitenden müssen die Mindestlöhne angepasst werden.
Wie Heimleiterin Marlene Schadegg bei der Behandlung des Budgets weiter ausführte, werden die Strom- und Wasserpreise ab 2011 stark nach oben korrigiert. Im Budget 2011 werden die Personalkosten 5,9 Prozent, der Aufwand insgesamt 4,1 Prozent über dem Vergleichsjahr liegen. Der Ertrag liegt voraussichtlich 2,7 Prozent über dem Budget 2010.
Grösster Brocken im Ausgabenbereich ist 2011 und 2012 mit je 320 000 Franken der Ersatz der Fenster, gleichzeitig werden an der Fassade Fugen abgedichtet. Beide Massnahmen werden beträchtliche Einsparungen beim Heizöl zur Folge haben. Rico Kaufmann informierte über die beste Lösung bei der Ausführung. Grosse Flexibilität im Team erfahren Heimleitung und Betriebskommission, wenn das Haus über kürzere Zeit nicht voll ausgelastet ist.
Neue Pflegeaufgabe
Geprüft wird, ob sich das Sonnhalden bewerben soll, um aus dem Spital entlassene Personen vorübergehend aufzunehmen, Personen, die einer gewissen Pflege bedürfen und noch nicht in ihr Zuhause zurückkehren können. Auch die Aufnahme von Alterspatienten für einzelne Tage und/oder Nächte ist in Abklärung. Damit unterstrich die Leitung des Sonnhalden, dass sich dem Haus auch neue Herausforderungen eröffnen. Ein ernstes Problem bilden die an Demenz erkrankten Personen. Sie nehmen stark zu.
In gemischten Abteilungen, wie sie nicht nur im Sonnhalden, sondern auch in andern Arboner Heimen existieren, besteht Konfliktpotenzial.
Demente Personen sind gefährdet, sie laufen oft weg. Angehörige sind mit fortschreitender Entwicklung der Krankheit bei der Betreuung überfordert. Das Personal in der Pflege wird mit einer Aufgabe konfrontiert, die mit gesicherten Abteilungen gelenkt werden muss. Oberpfleger Franz Böh erklärte, dass im Sonnhalden 14 Pensionäre «im unruhigen Stadium sind».
Die andern Bewohner fühlten sich oft belästigt.
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