Vorhang auf im Internet

FRAUENFELD ⋅ Ende Oktober startet der Theaterverein Frauenfeld in seine 59. Saison. Das Programm bietet eine bewährte Mischung aus Anspruch und Unterhaltung. Komplett neu ist seit kurzem die Website des Vereins.
13. Oktober 2017, 06:54
Stefan Hilzinger

Stefan Hilzinger

stefan.hilzinger@thurgauerzeitung.ch

Thomas Götz war beste Werbung. Der Weinfelder Komiker lockte 250 Personen ins Casino. Das war am Frauenfelder Kulturtag am 23. September. Der Theaterverein hatte zu zwei Sondervorstellungen mit Götz alias ­Kantonsrat Arnold Schnyder eingeladen. «Wir konnten viele Neulinge ansprechen, die unser Angebot noch nicht kannten», sagt Magnus Thurnherr, Vorstandsmitglied im Theaterverein. Und Janine Landolt-Spiegel, ebenfalls im Vorstand, konnte an dem Anlass vor drei Wochen gleich noch mit einem Vorurteil aufräumen: «Entgegen der weitverbreiteten Meinung spielen wir nicht selbst Theater.»

«Martinus Luther» zum Reformationsjubiläum

Der Theaterverein Frauenfeld spielt nicht, er organisiert. Seit bald 60 Jahren finden im Casino Winter für Winter rund sieben professionelle Theatergastspiele statt. Start in die 59. Saison ist am 31. Oktober mit «Onkel Toms Hütte», einem Schauspiel mit Musikanlagen nach dem Roman von Harriet Beecher Stowe. «Bei der Auswahl der Stücke versuchen wir, ein möglichst breites Spektrum abzudecken», sagt Max Peter, der den Theaterverein seit vielen Jahren präsidiert. Das Stück «Luther» etwa wurde wegen des 500-Jahr-Jubiläum der Reformation ins Programm genommen (siehe Kasten).

Ein konstante Zahl von Abonnenten hält dem Theaterverein seit Jahren die Treue. Dazu kommen je nach Vorstellung weitere Eintritte im Vorverkauf und an der Abendkasse. «Vergangene Saison war hier das Stück ‹Mahalia› der Renner», sagt Thurnherr. 136 Einzeleintritte gingen bei diesem Singspiel über das Leben der Gospelsängerin Mahalia Jackson zusätzlich weg. Gut angekommen sind in den vergangenen Jahren auch die Komödien nach französischen Filmvorlagen. Vergangene Saison war es «Ziemlich beste Freunde», diesmal nun «Monsieur Claude und seine Töchter». Die Stücke lesen Präsident Peter und Vorstandsmitglied Landolt jeweils im Herbst des Vorjahres am Theatermarkt in Bielefeld aus. «Entgegen der früheren Praxis können wir die Stücke direkt vor Ort buchen, ohne den Vorstand zu konsultieren», sagt Max Peter. Dies sei notwendig geworden, um die besten Produktionen auf sicher zu haben. Das neue Prozedere sei selbstverständlich vom Vorstand abgesegnet.

Erinnerung per SMS oder Mail

Auf diese Saison hin hat der Theaterverein seinen Internetauftritt überarbeitet. Es gibt eine Mobile-Optimierung, was bedeutet, dass die Inhalte auch auf dem Handy oder dem Tablett gut dargestellt werden. Ausserdem bietet die Website einen neuen Service: Potenzielle Theatergäste können sich per SMS oder E-Mail an die jeweils nächste Vorstellung erinnern lassen. So vergisst auch niemand, rechtzeitig einen Babysitter zu organisieren.


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