Leichenfund in Zezikon: Es war vermutlich ein Drogentod

THURGAU ⋅ Ende Januar wurde in einem Waldstück in Zezikon die Leiche einer jungen Frau gefunden. Abklärungen ergaben keine Hinweise auf ein Gewaltdelikt. Deshalb hat die Staatsanwaltschaft drei Verdächtige mittlerweile aus der Untersuchungshaft entlassen.
16. April 2018, 08:20
Es war ein Schock für einen Thurgauer Waldbesitzer: Am Donnerstag, 25. Januar, entdeckte der Mann in seinem Waldstück bei Zezikon einen Teppich, aus dem Haare hervorlugten. Er informierte die Polizei, welche eine im Teppich eingewickelte Leiche fand. Wie sich in der Folge herausstellte, handelte es sich um die sterblichen Überreste einer jungen Frau, die am 12. November im Kanton Aargau als vermisst gemeldet worden war.

Mittlerweile liegt das Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin in St.Gallen zur Todesart und Todesursache der jungen Frau vor. Es zeigt auf, dass aus wissenschaftlicher Sicht nichts auf ein Tötungsdelikt hindeutet.
 

Keine Hinweise auf Gewalteinwirkung

"Gemäss Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin konnten die Todesursache, die Todesart und der Todeszeitpunkt nicht zweifelsfrei geklärt werden", schreibt die Thurgauer Staatsanwaltschaft in einem Communiqué. Es seien jedoch keine Hinweise auf eine Gewalteinwirkung oder eine krankhafte Organveränderung festgestellt worden, weshalb aus rechtsmedizinischer Sicht in erster Linie eine substanzbedingte Todesursache durch vorgängige Einnahme von Drogen möglich sei.

Aufgrund der übrigen Ermittlungsergebnisse dürfe zudem davon ausgegangen werden, dass die junge Frau bereits am 3. November 2017 in Thundorf verstorben sei.


"Tatverdacht liess sich nicht erhärten"

Aufgrund dieses Gutachtens sind drei im Kanton Thurgau wohnhafte und nach dem Leichenfund verhaftete Männer wieder auf freien Fuss gesetzt worden. Gegen sie war wegen des Verdachts auf vorsätzliche Tötung ermittelt worden. "Da sich der anfängliche Tatverdacht der vorsätzlichen Tötung aufgrund dieser Ermittlungsergebnisse nicht erhärten liess, wurden die drei Beschuldigten inzwischen aus der Untersuchungshaft entlassen", heisst es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft.

Die Strafuntersuchung dauert jedoch nach wie vor an. Im Fokus der Strafverfolgungsbehörden stehen weiterhin die Tatbestände der Unterlassung der Nothilfe, der Störung des Totenfriedens und der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. (pd/red.)

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