Bibliotheken seit Bräkers Zeiten

WATTWIL. Eine neue Broschüre stellt die 13 öffentlichen Bibliotheken im Thur- und Neckertal vor und erzählt sowohl von historischen Institutionen wie auch von solchen, die wenige Jahre alt sind. So wird das Projekt Lesehunger, das vom 27. August bis zum 18. September durchgeführt wird, nachhaltig.
14. August 2010, 01:02
Sabine Schmid

«Schon seit Ulrich Bräkers Zeiten wird das Toggenburg als Leselandschaft wahrgenommen, als Gegend, in der die Menschen hart arbeiten und ihren Horizont durch die inspirierende Kraft der Bücher weiten.» Mit diesen Worten formuliert Regierungsrätin Kathrin Hilber die Bedeutung für Bücher im Toggenburg. Und wo Bücher gelesen werden, gibt es Bibliotheken, in denen Bücher ausgeliehen werden können.

Historische Bibliotheken…

Eine Broschüre, welche die Vortrags- und Lesegesellschaft Toggenburg VLT zusammen mit Verantwortlichen der öffentlichen Bibliotheken und des Vereins Kunsthallen Toggenburg im Rahmen des Projekts Lesehunger zusammengestellt hat, stellt die 13 öffentlichen Bibliotheken in der Region vor. Die älteste von ihnen ist jene in Krinau, die im Jahre 1844 mit 24 Büchern als «evangelische Volksbibliothek» gegründet wurde.

In Mogelsberg wuchs die heutige Bibliothek aus einer Sammlung von Fachliteratur für Landwirtschaft, während die Gründungen der Institutionen in Wattwil und Nesslau auf die Schule zurückgehen. In Lichtensteig kann die Bibliothek in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag feiern, jene in Brunnadern besteht seit zehn Jahren und basiert auf einem Zusammenschluss von einer privat geführten Bibliothek und der Schulbibliothek.

…und solche neueren Datums

Erst 2006 eröffnete die Bibliothek in Ebnat-Kappel ihre Türen. Die jüngste Bücherei gibt es in Wildhaus, sie ist seit dem letzten November geöffnet. Neben Jugendbüchern stehen interessierten Gästen auch die Bücher der Sammlung der letzten 185 Jahren der Zwinglianischen Lesegesellschaft zur Verfügung. In der Mitte der Broschüre, die gezielt abgegeben wird, sind auf einer Karte die Standorte der Bibliotheken ersichtlich.

Dieses kleine Heft soll dem Projekt Lesehunger Nachhaltigkeit verschaffen, erklärte Paula Looser, Mitglied des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit der Bibliotheken und Mitglied im Bibliotheksteam von Ebnat-Kappel. Sie sieht darin eine Dienstleistung mit gesellschaftlichem, kulturellem und wirtschaftlichem Nutzen. Finanziert wurde die Broschüre durch diverse Sponsoren.

Lesehunger stillen

Die Bibliotheken und auch das Medium Buch können während des Projekts Lesehunger der Bibliotheken im Thur- und Neckertal, der Vortrags- und Lesegesellschaft Toggenburg und der Kunsthallen Toggenburg entdeckt werden. Vom 27. August bis zum 18. September finden in den Bibliotheken verschiedene Anlässe statt. Den Beginn macht ein Gespräch in Mogelsberg von Hansruedi Kugler, Chefredaktor des Toggenburger Tagblatts und Literaturwissenschafter, mit verschiedenen Nutzern der Bibliothek.

Weiter geht es mit einem Orientierungslauf und einer Schnitzeljagd für Väter und Kinder. Auf dem Programm stehen auch ein Vortrag, Präsentationen von neuen Büchern und ein kulinarischer Leseabend. Zudem wird gezeigt, wie ein Buch entsteht. Begleitet wird das Projekt durch die Ausstellung Arthur•5 der Kunsthallen Toggenburg. Diese zeigen «Das Fischgericht» jeweils eine Stunde vor dem Beginn der jeweiligen Veranstaltung vor der jeweiligen Bibliothek.

Schulen können zudem «Ursula Rosa's Gschichtewage» zu sich bestellen und ihren Klassen so einen Zugang zum Medium Buch verschaffen. Auch am Weltalphabetisierungstag, der am 8. September durchgeführt wird, ist eine Lesehunger-Veranstaltung geplant. Im Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg in Wattwil gibt es Hintergrundinformationen zum Thema Illetrismus.


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