"Man nimmt die Geschehnisse anders wahr"

NACHGEFRAGT ⋅ Monika Rösinger und die Museumsgesellschaft luden gestern Abend ins Restaurant Hirschen ein. Interessierte konnten in die Geschichte des letzten Jahres eintauchen respektive der Verfasserin der Gemeindechronik beim Vorlesen zuhören.
12. Januar 2018, 05:18
Beat Lanzendorfer
Monika Rösinger, gibt es einen Grund, weshalb Sie sich zweimal hintereinander als Verfasserin der Dorfchronik zur Verfügung gestellt haben? In der Regel kommt doch jedes Jahr jemand anderem diese Ehre zuteil.
Im Jahr davor habe ich die Gemeindechronik zusammen mit meinem Sohn Lorenz verfasst. Letztes Jahr ist Albert Studer noch einmal mit der Bitte an mich herangetreten, die Dorfchronik erneut zu erstellen. Leider liess sich niemand für die Aufgabe einspannen. Ich habe mich gerne noch einmal zur Verfügung gestellt. Mir ist es wichtig, dass die Gemeindechronik in dieser Form erhalten bleibt.

Sie wählten für Ihre Ausführungen die Briefform. Weshalb?
Ich habe die Gemeindechronik ja schon in früheren Jahren einmal verfasst. In Berichtsform mit jeweils einer Bauernregel als Aufhänger. Nun habe ich eine Weile überlegt, welche Schreibform ich für 2017 wählen soll. Diejenige in der Briefform kam dann ziemlich spontan zu Stande. Es war sozusagen ein Geistesblitz.

Gibt es auch ein Lieblingsthema, mit dem Sie sich ganz besonders gern beschäftigten?
Lieblingsthema kann man nicht sagen, aber etwas, das Bütschwil schon während Jahren beschäftigt und noch eine Weile beschäftigen wird, ist die Umfahrung.

Hat Sie ein Anlass zum Nachdenken angeregt, oder hat Sie etwas speziell traurig gestimmt?
Nachdenklich stimmen in den letzten zwei Jahren die vielen Terroranschläge. Unsere Dorfchronik befasst sich nicht nur mit Themen des Dorfes, sondern beleuchtet auch das Weltgeschehen. Das hat mich doch des Öfteren traurig gestimmt, wenn es praktisch jeden Monat wieder zu einem derartigen Ereignis gekommen ist.

Als Chronistin müssen Sie sich mit vielen Gebieten auseinandersetzen. Wo kennen Sie sich weniger gut aus?
Zugegeben, beim Thema Sport bin ich nicht sehr versiert. Ich wollte mir allerdings nicht vorwerfen lassen, dass bei der Rösinger kein Sport vorkommt. Beim Studium alter Chroniken ist allerdings ersichtlich, dass die Zusammenstellung individuell gestaltet werden darf. Trotzdem war es mir ein Anliegen, dass auch der Sport seinen Platz findet.

Und wenn Sie nicht mehr weiter wussten, durften Sie sicher Hilfe in Anspruch nehmen?
Das ist so, und ich denke, dass alle Themen und Gebiete gut abgehandelt worden sind.

Sie haben die Chronik zweimal hintereinander verfasst. Heisst die Verfasserin auch nächstes Jahr Monika Rösinger?
Nein, nach meinem Kenntnisstand hat Albert Studer jemanden gefunden, der sich bereiterklärt hat, sich der Arbeit der nächsten Dorfchronik anzunehmen. Es ist also nicht so, dass ich die nächsten Jahre die Bütschwiler Dorfchronistin bin.

Ziehen Sie auch einen persönlichen Nutzen aus Ihren Aufzeichnungen?
Selbstverständlich, man nimmt die Geschehnisse ganz anders wahr, hört bei Gesprächen gut zu und liest die Zeitung viel aufmerksamer. Für mich war die Zeit sehr interessant und hat mir viel Befriedigung verschafft.
 

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