Das Unmögliche scheint möglich

WM-PLAYOFFS ⋅ "Hässliches Italien", "Halbe Apokalypse", "am Abgrund" oder einfach nur "azurblaue Scham": Italien droht eine der grössten Blamagen in seiner Fussballgeschichte.
11. November 2017, 14:22

Nach dem ernüchternden 0:1 am Freitagabend in Schweden in den Playoffs zur Qualifikation für die WM 2018 in Russland blickt die Nation in den Abgrund. Kann die "Squadra Azzurra" im Rückspiel am Montag in Mailand den Rückstand nicht aufholen, ist der viermalige Weltmeister das erste Mal seit 60 Jahren nicht bei einer WM-Endrunde dabei.

Trainer Gian Piero Ventura weiss, dass es jetzt um alles geht. "Jetzt müssen wir einfach gewinnen, wir müssen das Ergebnis in Mailand umdrehen", sagte er nach der wenig glanzvollen Partie im Stockholmer Vorort Solna. Gleichzeitig versuchte der 69-Jährige die Niederlage zu rechtfertigen, Italien sei vom Schiedsrichter unfair behandelt worden, deutete er an.

Von einer Schiedsrichterdiskussion wollte in der Heimat niemand etwas wissen. "Genug Entschuldigungen!", schrieb die Sportzeitung "Tuttosport". Auch sonst regnete es viel Kritik. "Es ist ein farbloses Team ohne Persönlichkeit", schrieb die Zeitung "La Repubblica". "Eine Gemeinschaft von Spielern, die nicht wissen, was sie machen", urteilte der "Corriere della Sera".

Auch der ehemalige Internationale Andrea Pirlo zeigte wenig Verständnis. "Man braucht Qualität, um solche Spiele zu gewinnen", sagte der kürzlich zurückgetretene Weltmeister von 2006. "Dies sind Spiele, in denen du siehst, was richtige Spieler sind."

Italien hat bislang an 18 Weltmeisterschaften teilgenommen und viermal den Titel geholt. 1958 waren die Italiener bislang zum letzten Mal nicht dabei - damals fand die WM ironischerweise in Schweden statt. (sda/dpa)


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